>>>AKTUELLES vom 01.09.04

Hoher Besuch bei der Firma Feichtenschlager in Täfertingen. Von links Ausbilder Erwin Lehner, Behälterbauer Stefan Regner, Azubi Dennis Limmer, Michael Feichtenschlager, Staatssekretär Jürgen W. Haike, Erwin Wengert (Ausbildungsberater der Handwerkskammer), Ines Feichtenschlager und Hansjörg Durz, zweiter Bürgermeister von Neusäß.
 
Staatssekretär Heike besucht Firma Feichtenschlager (Auszug aus der AZ)

Täfertingen/Neusäß (frö).
Hohen Besuch aus dem bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung empfing am Donnerstag die Firma Feichtenschlager aus Neusäß-Täfertingen. Staatssekretär Jürgen W. Heike informierte sich dort zusammen mit Vertretern der Handwerkskammer für Schwaben über die lokale Ausbildungssituation.

Knapp neun Monate ist es her, dass die Firma Feichtenschlager die Arbeit in ihrem neuen Gebäude in Täfertingen begonnen hat. Der mittelständische Betrieb mit zirka 30 Mitarbeitern ist auf Edelstahlprodukte spezialisiert und fertigt Behälter und Apparate für Industrie, Handwerk und Privatpersonen an.


Bayerischen Sieger gestellt

Auch mit ihrer Ausbildung hat die Firma seit vielen Jahren großen Erfolg. So stellt sie in diesem Jahr den bayerischen Sieger im praktischen Leistungswettbewerb der Handwerksjugend. Geschäftsführer Michael Feichtenschlager: "Wir stellen jedes Jahr einen Auszubildenden im handwerklichen Bereich ein. Das hätten wir auf jeden Fall auch ohne den Ausbildungspakt getan." So hat der Unternehmer, der zusammen mit seinem Vater Günter und seiner Schwester Ines Feichtenschlager den Betrieb leitet, immer zwei Lehrlinge in der Fertigungshalle.
Allerdings sei es gar nicht so leicht, geeignete Jugendliche für einen handwerklichen Beruf zu gewinnen. "Das Handwerk hat ein Imageproblem", weiß Susanne Sylvester von der Handwerkskammer für Schwaben. So herrschen unter den Jugendlichen oft falsche Vorstellungen vom Handwerksberuf. Auch Michael Feichtenschlager wünscht sich "mehr Anerkennung für das Handwerk". Der zweite Neusässer Bürgermeister, Hansjörg Durz, bezeichnete die Firma Feichtenschlager als einen "Betrieb im Idealfall" und wies auf kleinere Betriebe hin, die Probleme bei der Suche nach Lehrlingen hätten.


Zuvor Praktikum gemacht

Dabei ist oft ein Praktikum hilfreich, wie es auch Dennis Limmer absolviert hat. Seit September ist er der neue "Azubi", berichtete er dem Staatsekretär. Heike lobte die Zusammenarbeit zwischen den Handwerkskammern und Kommunen bei der Suche nach Lehrstellen. Vermittelt werden sie zumeinst von der Agentur für Arbeit, so der Ausbildungsberater bei der Handwerkskammer, Erwin Wengert.
Jeder zusätzliche Ausbildungsplatz wird vom Freistaat mit durchschnittlich 2500 Euro gefördert. Der Staatssekretär ist deshalb zuversichtlich, dass jedem Bewerber bis zum Jahresende eine Lehrstelle angeboten werden kann.
Beim Thema Ausbildungsplatzangabe herrscht Einigkeit zwischen dem CSU-Politiker Jürgen W. Heike und dem Täfertinger Unternehmer: Ja zum Ausbildungspakt, Nein zur Ausbildungsplatzabgabe. Ein Zwangssystem wäre eine falsche Lösung. Dazu Micahel Feichtenschlager: "Für manche Unternehmer wäre es dann einfacher sich freizukaufen." Damit würde man keine neuen Lehrstellen schaffen.